Obwohl das grösste soziale Netzwerk über 900 Millionen Mitglieder hat, musste Facebook das E-Mail-Geschäft bisher weitgehend Anbietern wie Google, Yahoo und Microsoft überlassen.
Seit November 2010 können sich Facebook-Nutzer eine @facebook.com-Adresse einrichten. Um die Zahl derjenigen, die das tun, zu erhöhen, hat das soziale Netzwerk seit ein paar Wochen in aller Stille damit begonnen, die jeweils im Profil hinterlegte E-Mail-Adresse, durch eine im Format Vorname.Nachname@facebook.com ungefragt zu ersetzen.
Natürlich kann man die standardmässig angegebene E-Mail-Adresse wieder rückgängig machen. Doch ich frage mich, warum lässt Facebook seinen Mitgliedern nicht die Wahl, in welchem Postfach die Nachrichten eintreffen sollen?
Facebook liess als Antwort auf die Frage verlauten, man habe bereits im April begonnen, die E-Mail-Adressen zu aktualisieren und man lasse dem Mitglied ja auch die Wahl, welche er in seiner Chronik anzeigen lassen möchte.
Facebook ist bekannt dafür, immer wieder Neuerungen einzuführen, die standardmässig eingeschaltet sind und sich nur mit hohen Hürden ausschalten respektive umgehen lassen. Anfang Juni gab es eine Abstimmung über die neuen Nutzungsbedingungen. Und obwohl die Nutzer sieben Tage dafür Zeit hatten, beteiligten sich nur gut 350’000 Mitglieder an der Befragung. Wieso ? Viele Nutzer wussten gar nichts von der Wahl, denn sie war auf der Seite gut versteckt.
Damit das Ergebnis bindend gewesen wäre, hätte sich ein Drittel der aktiven Nutzer beteiligen müssen. Es haben jedoch nur etwa 0,04 Prozent abgestimmt. Die neuen Regeln wurden im Mai vorgestellt und darin wurde erklärt, welche Informationen über Nutzer gespeichert werden. Daraufhin haben Tausende von Nutzern mit Kommentaren eine Abstimmung über die Änderungen erzwungen.
Der Widerstand ging massgeblich von der österreichischen Studenteninitiative «Europe versus Facebook» aus. Sie beanstandete beispielsweise, dass Facebook Nutzerdaten unnötig lange speichere. Facebook schrieb dazu in seinem Entwurf, die Daten würden so lange gesichert, wie sie für die Bereitstellung der Dienste gebraucht würden.


