Da ich vor ein paar Tagen von einer Bekannten erfahren habe das sie von einer Hummel gestochen wurde, dachte ich mir ein Blog-Eintrag darüber zu schreiben wäre eventuell recht ratsam. Viele Leute wissen nicht ob Hummeln giftig sind und wie man nach einem Stich damit umgehen soll. Doch die Hummel wird zu Unrecht gefürchtet.
Dank der wärmeren Temperaturen nehmen die diversen Freizeitaktivitäten unter freiem Himmel wieder zu. Im Garten arbeiten, grillieren, relaxen, und zum Kaffee etwas Kuchen oder ein Eis zu essen gehört zur Sommerzeit einfach dazu. So nützlich Insekten für den Garten an sich auch sind, so unerwünscht sind Wespen, Hummeln und Bienen bei Tisch.
Sicher, man kann kaum alle Gelegenheiten meiden sich vor Stichen zu schützen und dennoch gibt es kleinere Massnahmen welche die Gefahr etwas eindämmen. Hummeln stechen prinzipiell nur, wenn Sie sich eingeengt und bedroht fühlen. Deswegen versucht in erster Linie mit den Hummeln RUHIG umzugehen und vermeidet heftiges Fuchteln mit den Armen. Dann vor dem trinken immer zuerst in das offene Glas respektive den Becher hineinschauen und besonders achtsam sein, wenn man barfuss über eine Wiese läuft. Ausserdem können Hummeln aggressiv auf zu viele Gerüche reagieren, wie zum Beispiel Alkohol, Schweiss oder Parfüm. Doch auch Ringe, Armbänder und Uhren können sie aggressiv stimmen, was insbesondere auf den Geruch des oxidierten Materials zwischen Haut und Ring, Armband sowie Uhr zurückzuführen ist.
Was tun, wenn so eine Hummel dann doch mal sticht ?
Viele glauben immer noch das so ein Hummelstich viel gefährlicher als ein Wespenstich sei. Dem ist jedoch nicht so. Ein Stich durch eine Hummel ist viel harmloser als ein Bienen- oder Wespenstich. Da die Hummel am Stachel keine Wiederhacken haben, bleibt dieser nicht in unserem Körper stecken und dämmt somit die Giftdosis etwas ein. Einige Menschen, etwa 1 Prozent, reagieren auf das Stichgift jedoch allergisch. Allergische Reaktionen treten meist kurz nach dem Stich, innerhalb der ersten Sekunden bis zu 15 Minuten später auf.
Normalerweise tritt nach dem Stich rund um die Einstichstelle eine gerötete und juckende Schwellung auf. Dabei handelt es sich um eine örtlich begrenzte Reaktion, welche sofort oder auch erst nach ein paar Stunden eintreten kann. Je grösser der Hautbereich um die Einstichstelle reagiert, desto länger dauert es bis die Schwellung sich zurückbildet.
Die Einstichstelle des Wespenstiches muss also umgehend mit Eis oder eiskaltem Wasser gekühlt werden. Danach können Sie ein altbewährtes Hausmittel zur Behandlung des Wespenstiches verwenden. Gerade das Auflegen von Zwiebelscheiben, das Kühlen mit einem Eiswürfel oder einem befeuchteten Lappens sind eine gute Möglichkeit, um den Juckreiz zu mindern. Ebenso die im Handel erhältlichen Gels, Tropfen und Salben mit Antihistaminen (Fenistil Gel / Tropfen oder Systral Salbe) können auf den betroffenen Hautpartien Linderung verschaffen. Doch bitte niemals direkt auf die Einstichstelle geben. Um das Brennen nach einem Hummelstich (gilt auch für Bienen-, Wespen- und Hornissenstichen) zu lindern und die Feuchtigkeitsaufnahmefähigkeit des Gewebes zu reduzieren um ein Anschwellen der Stichstelle zu verringern, ist die Zugabe von Calcium ideal. Herkömmliche Calciumtabletten sind hierfür ausreichend.
In jenen seltenen Fällen in denen in die Partien Auge, Mund oder Rachen gestochen wurde, ist die Fahrt ins Krankenhaus ratsam, da es zu Blockierungen der Luftwege kommen kann. Im Krankenhaus werden unter anderem Corticosteroide verabreicht und der Patient wird zur Beobachtung da behalten
was tun bei allergischen Reaktionen ?
Die allergische Reaktion wird in vier Schweregrade unterteilt. Dieser nimmt von 1 nach 4 zu.
Grad 1 – Juckreiz, Hautrötung und Schwellungen (Nesselausschlag – Urtikaria) am gesamten Körper
Grad 2 – zusätzlich zu den Symptomen von Grad 1 Magen-Darm-Beschwerden (Erbrechen, Durchfall)
Grad 3 – zusätzlich zu Symptomen von Grad 1 und/oder 2 Atemnot und/oder Erstickungsangst
Grad 4 – zusätzlich zu Symptomen von Grad 1 und/oder 2 und/oder 3 Herzklopfen (Herzjagen?) und anaphylaktischer Schock
Bei Erbrechen, wenigstens aber den Symptomen von Grad 3 oder 4 ist ein sofortiger Transport in das Krankenhaus erforderlich! Bei einer Reaktion ersten Grades kann beschlossen werden, abzuwarten, aber auch in diesem Fall ist eine Beobachtung im Krankenhaus empfehlenswert, weil die Reaktion im weiteren Zeitverlauf an Intensität zunehmen kann.
Bei Reaktionen dritten und vierten Grades ist es erforderlich, zuallererst Adrenalin zu verabreichen. Adrenalin (EpiPen) stimuliert das Herz, verengt die Blutgefäße und erweitert die Luftwege. EpiPen ist nur auf Rezept erhältlich und wird von Ärzten zum Beispiel nach einer vorausgegangenen allergischen Reaktion auf einen Hummelstich verordnet.



Schöner Artikel, ich finde aber, dass Hummeln eigentlich an sich schon sehr viel harmloser als Wespen oder Bienen sind, weil sich sich meist wirklich nur in Bodennähe um Blüten herumbrummen. Süsse Grillsaucen oder Limonaden sind für sie meist gänzlich uninteressant, daher bleiben “feindliche Zusammenstösse” zwischen Mensch und Hummel extrem selten – was wohl auch der Grund für das fehlende Wissen über Hummelstiche zeugt. Der Stich bei der “Bekannten” hörte übrigens nach 1-2h auf, weh zu tun, und fing am Abend für ca. 3 Tage an zu jucken. Das allerdings ziemlich stark. Salben wie Fenistil helfen da eine weile, aber das kann recht lästig sein. Alles in allem aber wirklich bei weitem nicht so schlimm, wie bei Wespen und Bienen (oder gar Hornissen…)
genau derselben Meinung bin ich auch und deswegen dachte ich es ist mal an der Zeit die Leute etwas aufzuklären.
Ich weiss das es meiner Bekannten wieder gut geht =))